„Momo und die grauen Herren“ findet viel Anklang

ISERLOHN. Am vergangenen Wochenende war es so weit: Das Kindertheaterstück „Momo und die grauen Herren“ hat Premiere im Parktheater Iserlohn gefeiert. Trotz des guten Wetters sind die Besucher zahlreich erschienen – das Theater war fast ausverkauft. Ungeduldige Kinder haben vor den verschlossenen Türen auf den Einlass gewartet.

Schallendes Kinderlachen durchhallte das Parktheater, als Momo sich vorstellte: „Ich bin 100 Jahre alt, oder 120.“ Der Roman „Momo“, den Michale Ende vor mehr als 40 Jahren geschrieben hat, handelt von einem Mädchen namens Momo. Sie rettet die Menschen vor der verbrecherischen Zeitsparkasse – das Thema ist aktueller denn je. Der Job wird immer wichtiger und die Menschen nehmen immer mehr Stress und Hektik in Kauf. Die meist wichtigen Sachen wie die eigene Familie, Freunde oder Zeit für sich bleiben dabei auf der Strecke.

Durch die umgeschriebenen und angepassten Texte an die heutige Zeit traf Regisseur Matthias Hay ins Schwarze. Die Plätze im Parktheater waren fast ausverkauft und große Kinderaugen leuchteten, als das Stück anfing und Meister Hora auf die Bühne trat. Trotz der differenzierten Gesellschaftskritik, die der Roman vermitteln soll, gelang es Hay, den Inhalt des Romans durch die Zeit für die Kinder zugänglich zu machen.

Gelungene Premiere – kleine Fehler

Besonders gelungen war das Bühnenbild, welches durch gemalte Projektionen auf die einzelnen herunterfahrbaren Bühnenelemente mit Hilfe eines Beamers projiziert wurde. So bot sich dem Zuschauer beim Betreten des Theaters ein gemaltes Amphitheater im römischen Stil mit Steinbänken als Sitzgelegenheit. Generell war das Bühnenbild sehr anschaulich gestaltet, so dass der Zuschauer immer wusste, wo die Szene sich gerade abspielte. Ein besonderes Highlight war das Bühnenbild, welches das Zimmer von Meister Hora darstellen sollte. Hier hatte sich die Bühnenbildgruppe des Schauspielvereins Iserlohn besonders viel Mühe gegeben. Große verschiedene Uhren waren an den Vorhängen befestigt worden, des Weiteren gab es in einer Uhr selber eine Videoprojektion.

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Die Tänzer waren als Uhren verkleidet und simulierten die Zeit. Foto: Svea Rüter

Auch die Kostüme der einzelnen Darsteller ließen keine Wünsche offen. Als die grauen Herren aus dem Nebel kamen, rutschte so manch kleiner Zuschauer tiefer in den Sitz und griff nach der Hand der Mama. Auch der Rauch aus den Zigarren sah echt aus. Aber nur bei einem Kostüm waren viele „Ahs“ und „Ohs“ von den kleinen Zuschauern zu hören, nämlich als Kassiopeia, die Schildkröte von Meister Hora, auf die Bühne kam. Die Schauspielerin Leona Cosmai wirkte, dank ihres Kostüms mit dem leuchtenden Panzer aus zahlreichen bunten Lichterketten und ihrer überzeugenden Art, wie eine echte Schildkröte. Und wurde somit zum Liebling der kleinen Gäste.

Bedauerlich war es, dass der Techniker, welcher für die Mikrofone der Schauspieler zuständig gewesen wäre, manchmal seinen Einsatz verpasste und so einige Schauspieler erst sehr leise zu hören waren, bevor diese Laut gestellt wurden. Ein weiterer Patzer war die Einspielung der Töne und Musik, manchmal waren diese zu spät oder wurden vermischt, was der Stimmung zwar nicht schadete, sie jedoch störte.

Viele Sympathien für die Schauspieler und Tänzer

Die Schauspieler, die ein halbes Jahr geprobt haben, überzeugten auf Anhieb. Jedem Einzelnen nahmen die Zuschauer seine Rolle ab. So bekamen die Kinder Mitleid mit Momo, gespielt von Nele Abraham Zadeh, als sie von den grauen Herren erfuhr, dass ihre Freunde in ein Camp für verwahrloste Kinder müssen. Oder lachten, als die Puppe Bibigirl, gespielt von Johanna Pott, einem grauen Herren nachrannte mit den Worten: „Ich möchte noch mehr Sachen haben.“ Die Vermittlung des Themas kam dank der Schauspieler auch bei den kleinen Besuchern an.

Die Ballettschule am Sauerlandpark in Hemer brachte den nötigen Schwung und Spaß in das Theaterstück, egal ob als tanzende Uhren oder als befreite Stundenblumen. Die Besucher waren von ihren Auftritten begeistert und klatschten und lachten ordentlich mit. Kein Wunder also, dass Regisseur Matthias Hay und sein Team am Ende des Theaterstücks tobenden Applaus erhielten und Hay machte bereits Werbung für sein nächstes Projekt. „Ich hoffe, wir sehen uns alle im kommenden Jahr wieder und es hat euch gefallen.“

veröffentlicht von: Maerkzettel, Svea Rüter

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