Ein Frontalangriff auf die Lachmuskeln

Kopfabschalten und loslachen: Man nehme eine Reihe von Missverständnissen und Fehlinterpretationen kombiniert mit hitzigen Wortspielen, die nur so vor schlüpfrigem Humor triefen und verfrachte das Ganze in eine Sauna – fertig ist „Aufguss“. Die Verwirrungskomödie von René Heinersdorff heizte die Gemüter im Iserlohner Parktheater auf.

Aufgebracht und mit weißen Bademänteln bekleidet stürmen sie auf die Bühne: Dieter (Hugo Egon Balder) und Mary (Madeleine Niesche). Er ein erfolgreicher und markführender Waschmittelhersteller, sie seit sieben Jahren „nur“ seine Lebensgefährtin, da er sich nicht scheiden lassen möchte.  Sie möchte ein Kind, er seine Ruhe. Ein gemütliches Wellness-Wochenende in einem 5-Sterne-Hotel sieht anders aus, wenn Dieter nicht eine Idee hätte, wie er den Wunsch seiner Liebsten erfüllen kann, ohne selbst Vater zu werden – was seines Alters wegen und nach medizinischem Eingriff auch gar nicht mehr möglich wäre. Er hat einen unbekannten Samenspender „The Brain“ (Max Claus) organisiert, den Mary auf ihrem Wellnesstrip kennenlernen soll.

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Lothar (René Heinersdorff, links) und Emily (Jeanette Biedermann) sprechen von der Geldspende, „The Brain“ (Max Claus) jedoch von der Samenspende. Foto: Désiree Schneider

Ebenfalls im Hotel ist Lothar (René Heinersdorff), der Chef einer Kinderklinik, der ein mehr oder minder zufälliges Treffen mit dem erfolgreichen Waschmittelhersteller Dieter arrangieren möchte. Der Arzt verspricht sich dadurch eine großzügige Spende für sein neues Infusionszentrum, denn „alle wichtigen kulturellen und politischen Entscheidungen sind in der Sauna gemacht worden“, wie er seiner Assistentin Emily (Jeanette Biedermann) verkündet. Sie ist seine rechte Hand und ist nur als Alibi mitgekommen, nicht alleine gehen zu müssen.

Feuchtfröhlich, doch nicht platt

Zwischen Sauna und Dampfbad kreuzen sich die Wege der fünf Schauspieler und mit jedem Aufguss steigert sich die Zahl der Missverständnisse. Immer wieder geht es um den Begriff „Spende abliefern“ und die einen sprechen von einer Samenspende, während die anderen von einer Geldspende reden –  natürlich alles eindeutig doppeldeutig.  Nach den ersten Minuten entledigten sich auch die letzten Zuschauer passend zur Saunathematik ihrer Jacken, oder es mag auch an den feuchtfröhlichen Anspielungen gelegen haben, die die Temperatur anstiegen lies.

Die Inszenierung ging leicht und unbeschwert über die Bühne. Das Ensemble des „Theaters an der Kö“ war nicht nur eine hochkarätige deutsche Besetzung, sondern das eingespielte Team überzeugte auch durch seine punktgenaue Mimik und Gestik. Und obwohl sich das Niveau des Stücks meistens unterhalb des Bademantelgürtels bewegte, waren die Wortwitze nie obszön und jeder Wortabtausch erhob neue Lachsalven unter den Zuschauern, die kaum genug Zeit zum Luftholen boten. Neben vielen „Uuuhs“ und „Oooohs“ verabschiedeten sich die Schauspieler unter einer Standing Ovation und feierten einen gelungenen Start ihrer neuen Tournee.

veröffentlicht von: Maerkzettel, Désiree Schneider, 6. Fachsemester (Journalismus und Unternehmenskommunikation B.A.)

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