Tintenherz – eine Geschichte, in der Figuren lebendig werden

ISERLOhN. Das Theaterstück Tintenherz im Parktheater Iserlohn entführte sowohl Kinder als auch Erwachsene in die Welt von Cornelia Funke, in der die Figuren einer erzählten Geschichte einfach so lebendig werden können.

Tintenherz ist ein sehr bekanntes Buch der Autorin Cornelia Funke, welches ebenfalls bereits verfilmt wurde. Das Junge Theater Bonn erzählte bei seinem Gastspiel im  Parktheater Iserlohn diese Geschichte jedoch auf seine ganz eigene Art.

Das „neue Kindertheater“

Vor der Aufführung von Tintenherz fand am Sonntag, 13. Mai, auch die Pressekonferenz zum neuen Kindertheater-Programm der nächsten Spielzeit im Parktheater Iserlohn statt. Dafür wurden zwei Kinder ausgewählt, Keysha und Nick, die die Ehre hatten, vor der eigentlichen Vorstellung im Rahmen einer kleinen Bühnenshow als Überraschung aus einer Kiste auf der Bühne zu springen und gemeinsam mit Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann das Familienprogramm der neuen Saison vorzustellen. Auch wurde den Besuchern der Mini- und Maxiclub vorgestellt, der exklusiv die Abonnentenkinder zum diesjährigen Kinderfest ins Floriansdorf einlädt.

Die Geschichte von Tintenherz

Die Kulisse für das Theaterstück blieb fast die ganze Zeit gleich und war natürlich, passend zur Geschichte, ein Bücherstapel. Staubfinger, einer der Hauptcharaktere, nahm ebenfalls die Rolle des Erzählers ein. Das gesamte Stück wurde mit lediglich einer Kulisse und der herausragenden schauspielerischen Leistung von sieben Schauspielern – manche von ihnen verkörperten gleich zwei Rollen – aufgeführt.

Tintenherz erzählt die Geschichte von Maggie und ihrem Vater Mo, welcher Buchbinder ist. Sie reisen schon Maggies ganzes Leben um die Welt und scheinen vor irgendwem auf der Flucht zu sein, von dem Maggie nichts weiß. Dann treffen sie Staubfinger, eine komische Gestalt, die ihren Vater „Zauberzunge“ nennt. Ihr Vater scheint ihn aber zu kennen. Plötzlich sollen sie zu ihrer Tante Elinor reisen, eine leicht hysterische, büchervernarrte, ältere Dame. Dort tauchen jedoch einige Männer auf, die Maggies Vater und ein Buch, namens Tintenherz suchen und mitnehmen. Sie werden alle zu Capricorn, dem Antagonisten der Geschichte, gebracht.

Dort findet Maggie heraus, dass ihr Vater die Macht hat, Figuren und Dinge aus Büchern herauszulesen. Liest Maggies Vater eine Geschichte laut vor, dann kommen Dinge oder Personen aus dem Buch in die reale Welt. Capricorn, Staubfinger und Basta entstammen beispielsweise dem Buch Tintenherz, aus dem ihr Vater sie vor Jahren aus Versehen herausgelesen hat, dafür ging ihre Mutter jedoch in das Buch. Mit Staubfingers Hilfe können sie entkommen und machen sich auf die Suche nach dem Autor des Buches. Auf ihrer Reise stellt sich heraus, dass Mo nicht der einzige mit der Gabe der „Zauberzunge “ ist, Maggie hat diese Fähigkeit von ihrem Vater geerbt. Somit braucht Capricorn Mo nicht mehr und will nun Maggie dazu benutzen, den Schatten aus dem Buch zu lesen, doch mit Hilfe des Autors ändert Maggie das Ende der Geschichte.

„Es soll sie zum Nachdenken anregen“

„Tintenherz ist doch eher ein anspruchsvolleres Stück, jedoch haben sie es gut dargestellt“, sagte Farina. Sie besucht das Parktheater mit ihren Kindern regelmäßig, damit diese sehen das „auch mit reduzierten Mitteln, eine Geschichte gut erzählt werden kann“. „Sie sollen über das Stück nachdenken“, meint die Mutter. Ihre Lieblingsstelle im Stück war, als Maggies Mutter Reza, wiederaufgetaucht ist.
Auch den 9-jährigen Jungen Sven und Angelo hat das Stück sehr gut gefallen, sie mochten Mo und Capricorn am liebsten.

Seit 50 Jahren das erste Mal wieder im Theater

„Ich fand Capricorn am besten, er ist einfach der Boss“, sagte der 11-jährige Nick, welcher zu Beginn des Stücks mit Keysha (9) aus der Kiste springen und das neue Programm vorstellen durfte. Keysha gefiel es am besten, als Tante Elinor hingefallen ist. Beide würden auf jeden Fall nochmal ins Theater kommen, da es für sie ein unvergessliches Erlebnis war. Auch Susanne Baumann, welche mit den Kindern im Theater war, will nochmal wiederkommen. Ihr letzter Theaterbesuch davor wäre schon 50 Jahre her, diesmal solle es nicht so lange dauern.

Gänsehaut, sogar noch nach der Show

Doch nicht nur den Kindern hat die Aufführung gut gefallen, sondern auch der 18-jährigen Maxine und ihrer Begleitung, dem 17-jährigen Tristan. Maxine wollte Tintenherz gerne sehen, da sie bereits alle drei Bücher gelesen hatte und den Film kenne. Tristan kannte sich nicht wirklich mit der Geschichte aus, doch ihm gefiel es sehr gut. Er hatte sogar nach der Show noch Gänsehaut von der düsteren Stimme Capricorns.

Dem konnte sich auch Tara anschließen, eine 20-jährige Studentin aus Amerika, welche besonders die schauspielerische Leistung von Maggie lobte. „Die Art und Weise, wie sie die Beziehungen der einzelnen Charaktere unter einander dargestellt haben, hat es mir leicht gemacht, trotz meiner teilweise mangelnden Deutschkenntnisse, dem Stück zu folgen.“

Tintenherz, eine Geschichte für Alt und Jung, welche das Junge Theater Bonn im Parktheater Iserlohn auf seine ganz eigene reduzierte Art aufführte und die Zuschauer begeisterte.  Wie auf Seite 16 des ersten Bandes bereits erwähnt wird, „müssen manche Bücher gekostet werden“, andere wie Tintenherz „verschlingt man“ beim Lesen und beim Schauen des Theaters wird die Geschichte letzendlich „gekaut und gänzlich verdaut“.

veröffentlicht von: Maerkzettel, Jasemin Rafati Sajedi, 1. Fachsemester (Journalismus und Unternehmenskommunikation B.A.)

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