Das „alte“ Parktheater Iserlohn

ISERLOHN. Das Parktheater ist eine Besonderheit in Iserlohn. Es hat einen großen Teil der Geschichte Iserlohns überdauert. Doch wie kam es zum heutigen Iserlohner Parktheater MAERKZETTEL sprach mit Marieluise Spangenberg, der ehemaligen Kulturamtsleiterin, über das alte Parktheater.

„Das Parktheater ist unser bestes Stück.“, sagt Marieluise Spangenberg.
Marieluise Spangenberg war von 1953 bis 1987 bei der Stadt Iserlohn als Leiterin im Kulturamt tätig. MAERKZETTEL reiste zusammen mit ihr in die Vergangenheit des Iserlohner Parktheaters.

Iserlohner Schützen bauten das Parktheater

Das Parktheater wurde im 19. Jahrhundert als „Haus für Geselligkeit“ vom IBSV, dem Iserlohner Bürgerschützenverein, gebaut. Diese Schützenvereine entstehen aus einer alten Tradition heraus. Die Schützen waren meist auch ehemalige Soldaten. Ihre Aufgabe war es, die Städte zu schützen. Die Bürgerschützen verkörperten Schutz, Geselligkeit und Heimatliebe. Diese brauchten ein Haus, in dem sie sich Jahr für Jahr treffen konnten – natürlich nur unter sich Männern.

Die Alexanderhöhe, die Parkanlage, in der das Parktheater steht, heißt Alexanderhöhe, da die Erhöhung nach einem der obersten Schützen Alexander benannt wurde. Die alte Höhe und das Parktheater gehörte nämlich dem IBSV. „Nach einiger Zeit konnten sie dies jedoch nicht mehr verwalten und die Höhe sowie das Parktheater wurden Anfang der 40er Jahre der Stadt Iserlohn übergeben“, so Spangenberg.

Das Parktheater wurde zum Kino

Nach dem zweiten Weltkrieg im Jahre 1945 wurde Iserlohn von den Engländern besetzt. Die englischen Truppen übernahmen auch das Parktheater und nutzten es für ihre Truppenbetreuung. Der Filmtheaterbetrieb Goldermann machte dann das Parktheater zum Kino. Das Kino wurde jedoch schnell unattraktiv, weshalb Ende der 40er Jahre die Stadt Iserlohn das Parktheater wieder für ihre eigenen Zwecke nutzen konnte: Als Theater.

„Dafür musste das Parktheater jedoch erstmal umgebaut werden“, erklärte Marieluise Spangenberg.  Die Kinostühle machten Platz für Theaterstühle, die Bühne wurde vergrößert und es wurden Garderoben geschaffen. Anfang der 50er Jahre zog sich das Kino dann immer weiter zurück. Laut Spangenberg hatte die Stadt somit Platz für ihr Programm, bestehend aus Schauspielen, Opern, Operetten und Konzerten.

Technische Verbesserungen des Theaters

Iserlohn hatte jedoch kein festes Theaterensemble, weshalb sie immer freie Ensembles für eine bestimmte Zeit verpflichteten. Jedoch beanspruchten diese eine bessere technische Versorgung. Das Parktheater bis dato war ihnen einfach zu unmodern. Somit wurde das Parktheater von 1960 bis 1964 erneut umgebaut und erneuert.

Auch das Theaterprogramm veränderte sich in den Jahren. Das neue Parktheater-Angebot „good vibrations“ für die Spielzeit 2018-2019 ist offen, modern und vielseitig, wenngleich das Haus noch immer eine Gastspieltheater ist. Im Laufe der Zeit wurden 12 verschiedene ABO-Ringe installiert, die einen großen Kundenkreis haben.

Marieluise Spangenberg ist Kulturarbeit sehr wichtig. Sie sagt: „Bildung und Kultur sind unglaublich wichtig. Je offener und gebildeter ein Volk ist, desto humaner geht es auch in der Gesellschaft zu.“ Und einer der Hauptakteure darin, Kultur nach Iserlohn zu holen, ist nun mal das Parktheater Iserlohn.

veröffentlicht von: Maerkzettel, Jasemin Rafati Sajedi, 1. Fachsemester (Journalismus und Unternehmenskommunikation B.A.)

„Selten war Gesellschaftskritik so humorvoll“

ISERLOHN. Das Kabarett-Trio Storno begeisterte am vergangenen Freitag, 8. Juni 2018, mit ihrem Programm Die neue Sonderinventur“ das Publikum im Parktheater Iserlohn. Bei ihrem letzten Auftritt vor der Sommerpause schaffte es Storno mit ihrer auf den Punkt gebrachten und humorvollen Show zu überzeugen.

Seit 2005 tourt das gesellschafskritische Trio bestehend aus Jochen Rüther, Harald Funke und Thomas Philipzen als Kabarett durch die Republik. Je nach Jahreszeit spielen sie zwei verschiedene Programme: Von Anfang Dezember bis Ende Februar zeigen sie „Die Abrechnung“, einen Jahresrückblick, und den Rest der Zeit spielen sie „Die Sonderinventur“. In dieser Show besteht das Programm aus einer Mischung aus Aktuellem und Herausragendem.

Storno nimmt Parteien und Politiker auf die Schippe

„Ich fand Storno schon letztes Jahr wunderbar und auch dieses Mal haben sie es auf den Punkt gebracht“, so Carmen Kowski, Besucherin im Parktheater Iserlohn. Ihr Programm ist jedes Mal anders und tagesaktuell. „Selten war Gesellschaftskritik so humorvoll“, sagt Maria. In ihrem Programm nehmen sie nicht nur die einzelnen Parteien und wichtige Politiker wie Angela Merkel, Martin Schulz und den Lindner auf die Schippe, sondern beschäftigen sich auch mit der Gesellschaft.

Neben dem allgemeinen Lieblingsthema jeglicher Überspitzung: US- Präsident Donald Trump , behandelt Storno auch Themen rund um Fremdenfeindlichkeit, Ehegattensplitting, Helikoptereltern, Bildungspolitik, den Abgasskandal, Digitalisierung und den Ernährungstrend der heutigen Gesellschaft.

Mit Sätzen wie „Wo gehobelt wird, fällt der Spahn.“ , „Sarah Wagenknecht ist ein Bildschirmschoner“ und „Ich bringe dem Fötus Latein bei“, brachten sie das Publikum zum Lachen und behandelten eigentlich ernste Themen mit einer erfrischenden Ehrlichkeit, die jedoch so übertrieben dargestellt wird, dass man gar nicht anders kann als mitzulachen. So ging es auch Uschi und Reinhold Knorn. „Es tut gut mal was Erheiterndes zu sehen, bei dem man einfach mitlachen muss.“, sagte Uschi.

Sommerhit Despacito mal anders

Doch nicht nur ihre Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ist der Grund warum sie das Publikum so begeistern. Allein ihr musikalisches Talent ist den Applaus wert. „Jeder Zweite kann musikalisch einen guten Auftritt hinlegen, aber die drei singen A-capella. Das ist ein ganz anderes Niveau.“ sagte Walter. Und es stimmt, mit ihren Umwandlungen populärer Songs gelingt es ihnen, das Publikum weiter aufzulockern und zu amüsieren. Aus dem Sommerhit „Despacito“ machten sie beispielsweise ein Lied über Lobbyisten.

„Diesen Dreien kann sich einfach keiner verschließen“, so Hans Peter Reiner. Die Art und Weise wie sie nicht nur aktuelle Themen beinahe satirisch behandeln, sondern sich auch gegenseitig grundlegend triezen, macht das Trio nur noch sympathischer. Jeder von ihnen hat im Trio seine eigene Rolle.

Die Männer hinter dem Kabarett

Harald Funke ist im Kabarett der mit den schrägen Ideen, der die Dinge unglaublich auf den Punkt bringt. Wenn er nicht als Storno unterwegs ist, tourt er mit seinem Kollegen Rüther als „Funke & Rüther“ mit dem Programm „scharf gemacht“ durchs Land. Dazu ist er noch Regisseur, er arbeitete an mehr als 50 Theater- und Filmproduktionen und ist nebenbei noch als Autor für den Hörfunk, Kabarettprogramme, sowie Kinder- und Jugendtheaterstücken tätig.

Thomas Philipzen verkörpert in Storno die Rolle des quirligen Optimisten voller Emotionen. Auch er ist bundesweit erfolgreich mit seinem Soloprogramm. Auftritte und Beiträge für TV und Radio gehören zu seinen Beschäftigungen. Er ist zum Beispiel an „Ottis Schlachtfeld“ im Bayrischen Rundfunk und dem „Quatsch Comedy Club“ auf ProSieben beteiligt. Kürzlich wurde seine Arbeit als Moderator für Reisereportagen in der „WDR-Servicezeit“ mit dem Fernsehpreis „Silberner Columbus“ ausgezeichnet.

Der Letzte im Trio ist Jochen Rüther. Er begeistert mit seinem Galgenhumor und seinen präzisen und schlagfertigen Fakten. Neben Storno tourt er mit Harald Funke als „Funke & Rüther“ und ist Mitbegründer des Kabarett-Ensembles „Die kleinen Mäxe“.
Außerdem konzipiert und leitet er Praxisseminare in den Bereichen Kabarett und politische Bildung, zuletzt handelte er im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung.

Durch ihre vielseitige Arbeit, gibt es abgesehen von Storno noch andere Möglichkeiten, die Drei in Aktion zusehen. Wer das Trio aber gerne wieder zusammen erleben möchte, hat am 10. Mai 2019 im Parktheater Iserlohn schon die nächste die Gelegenheit dazu. Der  Vorverkauf hat bereits begonnen.

veröffentlicht von: Maerkzettel, Jasemin Rafati Sajedi, 1. Fachsemester (Journalismus und Unternehmenskommunikation B.A.)

 

 

 

Das getanzte Dschungelbuch

ISERLOHN. Die Bühne des Iserlohner Parktheaters verwandelte sich an diesem Wochenende, den 2. und 3. Juni, in einen Dschungel, in dem das Kind Mogli mit vielen wilden Tieren tanzte. Die Ballett- und Tanzakademie Iserlohn und die Tanzschule der Rock & Pop Fabrik Letmathe haben ein zweistündiges Stück zum Dschungelbuch konzipiert und füllten damit für zwei Stunden Parkett und Balkon des Parktheaters.

Der Vorhang ist zu und wird mit grünem Licht angeleuchtet. Auf der linken Seite ist schon ein Teil des Bühnenbildes zu sehen: ein kleiner Teich. Zu hören ist die Stimme des schwarzen Panters Baghira. Er beschreibt den Dschungel als phantasievoll und spannend und eröffnet das Stück mit den Worten: „Das ist unser Dschungelbuch“. Dann geht der Vorhang auf.

Die Besucher des Parktheaters werden in die Welt der Tiere entführt. Es gibt Affen, Wölfe, bunte Vögel, Elefanten, Frösche, Zebras, Geier, Schlangen und natürlich den bösen Tiger Shir Khan, den Panter Baghira und Balu den Bären. Immer neue Tiergruppen betreten die Bühne und tanzen. Die einen Ballett, die anderen Hip Hop oder Pop. Insgesamt sind es etwa 350 junge Tänzer: Von Kindergartenkindern bis hin zu Jugendlichen ist alles dabei. Es sind fast nur weibliche Tänzer, in der Elefantengruppe sind allerdings auch viele Jungen dabei. Sie klatschen und trampeln im Rhythmus der instrumentalen Musik.

Tiere und ihre Tanzarten

Durch die verschiedenen Tänze hinweg, wird die Geschichte des Findelkindes Mogli erzählt, das bei einer Wolfsfamilie aufwächst. Doch als dann die Gefahr wegen des Tigers Shir Khan droht, will Baghira Mogli zu einer Menschensiedlung in Sicherheit bringen. Auf ihrem Weg begegnen sie allerlei Tieren und ihren Tanzarten. Da Mogli sich aber weigert den Dschungel zu verlassen, lässt Baghira ihn verärgert zurück und sagt: „Soll er doch sehen, wie er allein zurecht kommt. Mutterseelenallein.“ Das ist der Moment in dem Balu mit seinem Lied „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ ins Spiel kommt.

Mogli wird von einem Mädchen gespielt. Gekleidet in roter Hose und einem beigem Oberteil. Sie brilliert mit ihrem Balletttanz. Ebenso gut sind die anderen Hauptrollen besetzt. Balu zeigt sich in niedlicher Tollpatschigkeit, die die Tänzerin gekonnt rüberbringt. Der Panter ist edel und elegant und die Tänzerin, die den Tiger spielt, zeigt sich frech und böse. Alle vier Mädchen tanzen sehr ausdrucksstark. Die älteren Kinder und Jugendlichen des Stücks sind wie Profis und zeigen, wie talentiert sie sind. Lediglich die Allerkleinsten vergessen mal ein paar Schritte oder geraten aus dem Takt. Aber allein, dass sie auf einer so großen Bühne vor so vielen Menschen stehen ist besonders. Zudem sind sie sehr niedlich.

Jan Zimmer schwingt im Affenkostüm wie Tarzan auf die Bühne

Nach einer Stunde, die wie im Fluge vergeht, fällt der Vorhang für die Pause. Als er sich 20 Minuten später wieder öffnet ist Mogli mittendrin im Trubel der Affenwelt. Es ertönt der Song „I like to move it“ und plötzlich schwingt Jan Zimmer, Besitzer der Tanzschule der Rock & Pop Fabrik, im Affenkostüm, wie Tarzan am Seil auf die Bühne, während Sebastian Gröhn – ebenfalls von der Rock & Pop Fabrik –, als zweiter Erwachsener im Affenkostüm mit einem Blatt fächert. Die beiden sorgen für erheitertes Lachen im Publikum und wirbeln Mogli über die Bühne. Als dann noch Balu im Hawaiibikini hinzukommt, ist der Spaß perfekt.

Nach mehr als zwei Stunden endet ein energiegeladenes Stück mit tollen Nachwuchstänzern, die es geschafft haben, in Kombination mit tollen Kostümen und einem kreativen Bühnenbild die Besucher im Parktheater Iserlohn mit in den Dschungel zu nehmen.

veröffentlicht von: Maerkzettel, Melina Seiler, 6. Fachsemester (Journalismus und Unternehmenskommunikation B.A.)