Faisal Kawusi Live on Stage

ISERLOHN. Aus 20:15 Uhr live im Fernsehen, ist am Donnerstag den 21.11.19, Live auf der Bühne des Parktheaters in Iserlohn geworden. Faisal Kawusis Live-Programm ,,Anarchie“, begeisterte dort das Publikum von jung bis alt, von der ersten bis zur letzten Reihe.

Donnerstagabend – 18:50 Uhr – draußen warten schon die Ersten auf den Einlass. Dann ist es endlich so weit, die Türen werden geöffnet und die Besucher des Theaters dürfen in die warmen Flure und es sich im inneren bequem machen. Eine Vielzahl an Sesseln im Eingangsbereich macht das Warten zu einem gemütlichen Beisammensein. Wer Lust auf Knabberkram und Getränke hat, kann sich im Foyer versorgen.
Langsam strömen immer mehr Menschen den Eingang herein, bis das Foyer gefüllt von Menschen aller Altersklassen ist. Aufregung und Vorfreude macht sich breit. Die Ersten fangen an darüber zu diskutieren wann und wie sie erfahren haben, dass Faisal nach Iserlohn kommt und dass sie sich sogleich entschieden Karten zu besorgen und Teil davon zu sein.
20 Uhr rückt immer näher und die Türen zum Saal werden geöffnet, schnell füllen sich auch dort die Stühle. Die Unterhaltungen gehen weiter, das Gemurmel wird lauter, Lachen ertönt aus den Reihen und es scheint so, als könnte keiner mehr den Start der Show abwarten.

Faisal betritt die Bühne und begeistert von der ersten bis zur letzten Sekunde

Ein Sprecher aus dem Off kündigt ihn an, auch hier natürlich nicht ohne die ersten Lacher zu garantieren. Selbstironisch angekündigt, tritt Faisal Kawusi dann auf die Bühne. Ein breites Grinsen auf dem Gesicht, weißes Shirt und hellblaue Jeans. Das Bühnenbild ist eine Wand aus roten Kacheln, darauf im Graffiti-Style ein Bild vom Künstler und der Name für alle Sehstärken sichtbar.
Daneben Fett der Name des Programms: ,,Anarchie“.
Faisal Kawusi nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in seine Vergangenheit, seinen Alltag und paart das Ganze mit kritischen Themen, aber trotzdem mit Humor verpackt.
,,Ich bin der beste Kanacke Deutschlands! (…)Leute ich bin so gut integriert, ich habe Lactose-Intoleranz!“, sagt Faisal Kawusi während seiner Vorstellung. Er nimmt das Leben und auch sich selbst mit Humor und lacht auch auf der Bühne mal über sich selbst, wenn etwas nicht klappt, er sich verhaspelt oder sich plötzlich um Kopf und Kragen redet. So zum Beispiel, als er versucht zu erklären, dass er sich für die Lactose-Intoleranz schämt, weil es keine coole Krankheit wäre und im gleichen Moment zurückrudert, dass es natürlich keine coolen Krankheiten gibt.
Aber nicht nur er ist und bleibt Mittelpunkt der Show. Auch das Publikum wird von der ersten Sekunde mit einbezogen. Die erste Person, die wir kennenlernen ist Gerda, 65 und mit ihrer Freundin und Schwägerin im Theater. Höflich und zuvorkommend, flirtet er mit ihr und schenkt ihr sogar eine seiner Wasserflaschen. Auch im Fokus, ein Pärchen, dass beim Schwimmen zusammengekommen ist. Dieses außergewöhnliche Paar, lässt auch den Comedian ratlos zurück, er stellt laut die Frage, wie man denn beim Schwimmen zusammenkommen könnte. Das Publikum bleibt diesbezüglich leider ohne Antwort zurück, denn die zarten Stimmen aus der ersten Reihe, sind leider kaum bis gar nicht zu hören.
Neben Pärchen und Freundinnen, waren auch ganz junge Zuschauer mit dabei. Die nächste Person aus dem Publikum, die in den Fokus rückt, ist der elfjährige André, der in Begleitung seiner 15-jährigen Schwester und dessen 19-jähriger Freundin ist. Eine neue seltsame Konstellation, die den Comedian nachhaken lässt, und die 19-jährige prompt zur Erziehungsberechtigten erklärt. Elf und ganz vorne mit dabei, lässt den Comedian aber auch noch etwas anderes anmerken, er entschuldigt sich schonmal im Voraus, aber André würde wahrscheinlich heute sehr viele neue Wörter kennenlernen.
Das Publikum ist begeistert von dem Zusammenspiel aus Gags, Alltag und dem Einbezug der gefüllten Theaterreihen. Manche so sehr, dass sie auch unaufgefordert das Wort ergreifen und teils sogar eigene Witze zum Besten geben. Bei einem hakt Kawusi nach: ,,Wie heißt du?“, prompt die Antwort: ,,Murat.“. Faisal Kawusi wartet einen kurzen Moment, überlegt und sagt dann: ,,Murat? Du klingst eher wie ein Harald.“ Der Schlagabtausch geht weiter und es stellt sich am Ende tatsächlich heraus, Murat war nicht sein echter Name, aber den behielt er auch für sich.
Von Witzen über fliegende Ziegen in der Moschee, bis hin zu den verschiedenen Arten von Polizisten ist alles dabei. Ein Azubi der Polizei sitzt auch in einer der Reihen, ziemlich weit hinten, gleich wird er von Kawusi gefragt, ob er eine Dienstpistole hat und ob die auch mal einfach so aus Spaß damit rumballern. Das wird natürlich und Gott sei Dank verneint.
Am Ende der Show scheint das Publikum sichtlich zufrieden, ein Abendprogramm voller Lachen, Harmonie und Sarkasmus.
Die Reihen leeren sich langsam, angeregte Unterhaltungen beginnen und das Foyer füllt sich wieder. Ein letzter Blick Richtung Saal und dann geht es wieder aus dem Theater hinaus auf die kalten Straßen des ankommenden Winters und der kühlen Nacht.

Eine Stimme aus dem Publikum

,,Ich hab´ die Karten nur gewonnen und bin dann mal mit meinem Freund spontan dahin gefahren. Ich fand´s mega cool, weil Faisal auch einfach jemand ist, der nicht nur sein Programm so durchzieht, sondern auch mit dem Publikum redet und von allem etwas aufgreift.“, sagt Gina Brahmsiepen nach der Show. Außerdem merkt sie noch an: ,, (Er) verknüpft (…) lustige und ernste Dinge miteinander, wobei er die ernsten Dinge nicht ins Lächerliche zieht, sondern sie so anspricht, wie sie sind. Im Großen und Ganzen würde ich jederzeit wieder zu Faisal gehen, weil er echt witzig und sympathisch ist!“
Die Gesichter und das Lachen der anderen Besucher, lassen vermuten, dass es wohl nicht nur Gina Brahmsiepe so ging und dass es ein Abend war, der sich gelohnt hat.

VERÖFFENTLICHT VON: MAERKZETTEL, Assia Karnbach, 2. Fachsemester (JOURNALISMUS UND UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION B.A.)

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