Die Schöne und das Biest – Ballett meets Pop

ISERLOHN. Eine Tanzschule, viele Tanzarten und eine Aufführung. Die Tanz- und Gesangsschule „Ballett meets Pop“ brachte den Disney-Klassiker „Die Schöne und das Biest“ auf eine ganz besondere Weise auf die Bühne des Parktheaters.

Schwingende Tutus oder Cowboyhüte? Ballettschuhe oder Steppschuhe? Modern oder klassisch? Bei der Aufführung von „Die Schöne und das Biest“ am 30. November im Parktheater gab es kein „oder“, denn die Aufführung war eine bunte Mischung aus verschiedenen Tanzarten, die sowohl Tutu als auch Cowboyhüte und Steppschuhe zusammengebracht hat. Mit vertreten waren unter anderem der Jazz Dance, Irish Dance, Line Dance, Hip-Hop und natürlich Ballett. Ein schöner Mix, der erfrischend anders ist.

Das Disney-Märchen „Die Schöne und das Biest“ ist allseits bekannt. Die schöne Belle lebt mit ihrem Vater in einem Dorf, von dessen Einwohnern sie sich missverstanden fühlt. Dazu kommt der aufdringliche Gaston, der immer wieder neue Annäherungsversuche unternimmt. Belle hegt aber kein Interesse für ihn. Ihr Vater ist Erfinder und möchte seine neuste Erfindung auf einer Vorstellung vorführen. Als er von seiner Reise nicht zurückkommt, begibt sich Belle auf die Suche nach ihm. Dabei stößt sie auf ein verfluchtes Schloss: Der Schlossherr, ein Prinz, wurde von einer alten Frau wegen seiner Kaltherzigkeit in ein Biest verwandelt. Und auch seine Bediensteten blieben nicht verschont. Nur wenn der Prinz eine Frau findet, die ihn liebt, kann der Fluch aufgehoben werden. Eine Rose dient dabei als Zeitvorgabe – sind alle Blätter abgefallen, kann der Fluch nicht rückgängig gemacht werden. Belle findet im Schloss tatsächlich ihren Vater und tauscht ihr Leben für seine Freiheit. Sie ist also im Schloss gefangen und will zunächst nichts vom Biest wissen. Mit der Zeit erkennt Belle aber seine gute Seite und freundet sich mit ihm an, bis es zu tieferen Gefühlen kommt. Nachdem allerdings Gaston gefolgt von einer Meute im Schloss auftaucht, ersticht dieser das Biest, das vom Dach zu Tode stürzt. Während Belle das sterbende Biest in den Armen hält, gesteht sie ihm ihre Liebe, sodass der Fluch aufgehoben wird und der Prinz sowie alle Bedienstete zu ihrer normalen Gestalt zurückkehren.

Gelungene Umsetzung der Geschichte, aber mit kleinem Manko

Die Geschichte des Märchens wurde sowohl tänzerisch als auch szenisch und musikalisch sehr gut umgesetzt. Man konnte dem Stück gut folgen und wusste immer worum es in den Szenen gerade ging. Bei einer Adaptation eines Films, der Ton und Dialoge beinhaltet, in ein tänzerisches Stück, das sich „nur“ den Bewegungen des Körpers bedienen kann, ist es wichtig, dass die tänzerischen Elemente verstanden werden. Die Bewegungen und die Choreografie müssen hier die Geschichte erzählen. Das hat „Ballett meets Pop“ sehr gut umgesetzt. Vor allem die Darstellung der Rose ist sehr schön gelungen, sowohl das Kostüm als auch die choreografische Umsetzung. Anhand des Kostüms war es unverkennbar, dass es sich um die Blume der Zeit handelt. Durch das Fallenlassen von blütenartigen Gegenständen, wurde die Rolle noch deutlicher unterstrichen.

Was ebenfalls positiv hervorzuheben ist, sind die Gesangseinlagen der Gesangsschüler, die die Disney-Filmmusik zu den passenden Szenen performten. Es wurden nicht nur Lieder aus „Die Schöne und Das Biest“ gesungen, sondern u.a. auch aus „High School Musical“. Darunter waren viele gute Stimmen zu hören, die auch schwierige Liedpassagen mit Bravur meisterten.

Ein kleines Manko blieb allerdings nicht aus. Die Ballszene mit Belle‘s berühmt berüchtigten gelben Ballkleid kam erst zum Ende, während das Biest bereits wieder ein Prinz war. Das war schade, da diese Szene vermutlich eine absolute Lieblingsszene für viele Märchenfans darstellt. Trotzdem war sie bezüglich der Umsetzung schön gestaltet. Der Ball wurde tatkräftig von den kleinen Nachwuchstänzerinnen in strahlend gelben Tutus unterstützt – da ging einem gleich das Herz auf.

Von Klein bis Groß, von Ballett zu Hip-Hop

Bei der Aufführung konnte wirklich jeder sein Können zeigen. Ob junge Nachwuchstänzerin oder erfahrene Koryphäe – jedes Leistungsniveau wurde mit eingebunden. Die Mischung aus jung und alt, erfahren und unerfahren hat dem Stück einen besonderen Charme verliehen. Wenn die Kleinen mal ihren Einsatz verpassten oder zu spät von der Bühne gingen sorgte das für gute Stimmung im Publikum. An den tänzerischen Leistungen der Schlüsselpersonen im Stück, gibt es nichts auszusetzen. Die Spagatsprünge wurden schön ausgeführt, mit ausreichend Sprungkraft und durchweg geraden Beinen. Auch die Drehungen gingen elegant und mit viel Körperspannung von statten. Die anderen Tanzgruppen zeigten ebenfalls gute Leistungen. Dabei ist vor allem die Synchronität der Irish Dance Gruppe hervorzuheben, auch bereits bei den Kleinen. Ohne diese Synchronität würde das Steppgeräusche vermutlich furchtbar klingen. Das war hier aber nicht der Fall, was bei einer Gruppe von mindestens sechs Tänzerinnen bemerkenswert ist.

Nach der Aufführung kamen nochmal alle Tänzer und Sänger auf die Bühne, darunter auch die Menschen mit Behinderung, für die „Ballett meets Pop“ ebenfalls Tanzkurse anbietet.

Die Tänzerinnen verneigten sich zum Abschied und das Publikum verfiel in Standing Ovations. „Mir hat die Kombination der verschiedenen Tänze sehr gut gefallen. Von jedem wurden verschiedene Elemente mit eingebracht. Leider ist dabei die Geschichte etwas untergegangen. Trotzdem waren die Tanzeinlagen sehr gut gemacht und besonders die Gesangseinlagen sorgten für einen schönen Überraschungseffekt“, erzählt die Zuschauerin Nina Pohlmann. Auch für sie gab es also ein kleines Manko, das sich ebenfalls auf die Umsetzung der Geschichte des Disney-Märchens bezieht. Durch den Versuch, alle Tanzarten unterzubringen, ist die Story teilweise untergegangen. Da aber die Vielfalt des Tanzangebots ein wichtiges Merkmal der Tanzschule „Ballett meets Pop“ ist und dieses an erster Stelle im Vordergrund steht, kann man über die kleinen Mankos hinwegschauen, denn die Zusammen- und Ausführung der verschiedenen Tanzarten ist der Gruppe super gelungen.

VERÖFFENTLICHT VON: MAERKZETTEL, Luisa Bialas, 2. Fachsemester (JOURNALISMUS UND UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION B.A.)

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